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Getreidespekulatius oder die Irreführung des Humanismus

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Heute habe ich einen Hinweis auf einen weiteren interessanten Artikel bekommen, den liesmich.me redaktionell aufgeführt hat. Da ich liesmich im RSS Feed verfolge, hatte ich zwar schon ein Auge drauf, aber als ich die ersten Zeilen las (und vora allem die Überschrift), meinte ich schon wo hin die Reise gehen wird und war nciht bereits dafür zu Fuß mitzulesen. Afrika, Blähbäuche, Mitleid und das ganze auf 3 Zeitungsseiten der Zeit ausgedehnt.
Ich bin das satt. Aber da mir das per PN ans Herz gelegt wurde, weil "das komplette problem getreidespekulation heruntergebrochen" werde, dachte ich vielleicht um die "Brot für die Welt" Plakate drumherum lesen zu können. So wie man eben auch am Bahnhof den Fahrplan, auf der Straße die Verkehrsschilder und in der Post eben auch um die Aktion irgendwas drumherumlesen muss.


Der Artikel ist sicherlich gut, mein hinweisender Freund mag Recht behalten. Ja, sehr interessant wird es vor allem wenn die börsliche Mechanik von Futures erklärt wird oder historisch begründet wie es überhaupt zur Nahrungsspekulation kommen durfte oder wieso Länder ohne ökonomische Not sich ins Joch des Weltmarktes einspannen ließen. Aber warum Zimbabwes Bauer XY davon (wiedereinmal/ immernoch/ plötzlich/ etc.) besondere Not leidet brauchte mir nicht in einem neuen Musical uraufgeführt erneut mikrologisch und mit warmen Adjektiven breitgetreten werden.
Ich stoße mich an ganz anderer Problematik. Ich sehe das Problem von Spekulation mit Nahrung, aber wie im Artikel bereits erwähnt ich würde ich mir genau wie die großen Investoren eine gute Rendite davon versprechen. 

"Noch im Jahr 2000 lag der Börsenumsatz in Chicago bei etwa zehn Milliarden Dollar, bei rund 80 Prozent der Geschäfte ging es um echten Getreidehandel. Im Mai 2008 war der Umsatz bereits auf 178 Milliarden Dollar gesprungen, aber die meisten Geschäfte waren jetzt reine Wetten."

Den Effekt, welchen diese Wetten auf den künstlichen Nachfrageanstieg haben, somit auch auf den Preis der Ware bis an die Dorfmärkte in Liberia, der hat sicherlich viele ethische Stolperfallen, wenn man ihn genau betrachtet. Das hat er aber auch bei allen anderen gehandelten Termingeschäften. So geht das. Warum das jetzt bei Nahrung ein besonderer Fall ist, liegt also an einer angeblich überschrittenen Grenze, die woanders gezogen wurde.
Da ich selber weder Trading betreibe noch an Spenden glaube, darf ich mich selbst zwar nicht als unbefangen betrachten, aber eine gewisse Irreführung möchte ich dennoch aufdecken und meine Vermutung ist bereits, dass es mit Halbwissen, Missinterpretation von Werten und Besserwisserei zu tun haben wird. Ich spreche vom"ethischen Disney-Rundumschlag" welcher dem Motto folgt "allen soll es immer gut gehen" und kann ab dieser Eisntellung keinen Realitätsbezug mehr erkennen.

"Warum muss Joy hungern?"
 Ist also genau jene Frage für die Kategorie einer Vorstellung, in welcher das Bambi mit großen Augen hinter dem Baum hervorlugt und sich eine Reihe kleiner Spatzen neben den Blähbauch von Joy versammelt um traurig zu zwitschern. Ja die arme Joy hungert. Wahrscheinlich wird sie sterben. Und es ergießt sich ein ganzer Artikel darüber, die Verknüpfung zwischen meiner Fondsgebundenen Lebensversicherung und Joys Hypoglykämie strukturell herzustellen. Ich stelle also folgende Fehlinterpretationen heraus:


  1.  Man kann alles erreichen, wenn man nur will (hedonistisch) /genug dafür tut (protestantisch)/ sich an die Regeln hält (katholisch). Wählt eure Weise selber, wichtig ist der Hauptsatz.
  2.  
  3. Aktivitäten einer bestimmten fremden Gesellschaft müssen ausnahmslos (mit "gut" oder "schlecht") bewertet werden, dazu soll ich mich immer in das jeweilige Opfer (des fremden Kulturkreises) reinversetzen (Kant'sche Imperativ falsch angewandt)
  4.  
  5. Die humanistischen Maßstäbe sind die letzte Wahrheit der philosophischen Wissenschaften </irony> , daran haben sich gefäligst alle zu messen, auch die, welche keinen Humanismus haben. (oder der Unterschied des Stellenwerts von Hexe und Zauberer bei Disney)
Ich nenne dies einen irrigen Versuch komparative und wissenschaftliche Werkzeuge zu mißbrauchen wenn man sie bedingungslos an Infinitive oder Superlative knüpft (alles, ausnahmlslos, letzte). So etwas muss scheitern, wenn es sich nicht bereits schonh als polemik selbst enttarnt hatte.
Hat er diesem Themenfeld nicht schon genug Leberhaken verpasst, wird sich der geneigte Leser fragen, wenn ich nun auch noch die These anklingen lasse, dass nicht immer alle Weltverbesserartikel auch wirklich die Welt verbessern wollen.



Und dieser Artikel stellt nun unmißverständlich klar, mit seiner beispielartigen Liste von vermeintlich Betroffenen und vermeintlichen Tätern, die dort auch zu Wort kommen: Wenn Amerika die "Weltpolizei" sein darf, dann sind es jetzt Deutsche (Journalisten), welche das "Weltgewissen" sein können (Punkt 1). Für Besserwisserei sind wir bereits international bekannt (und berüchtigt) aber BesserGewissen, ethische Klugscheißerei auf die Fahnen zu schreiben (auf denen jetzt keine Kreuze mehr sind, sondern die pure Reue) und die Geburtstätte des Humanismus auszurufen (Punkt 2) mit "100 Jahre Brot für die Welt" ist leider Disneyscheiße (and. Wort f. Verklärung).
Daher hoffte ich zunächst, dass dies alles eigentlich nur ein abgekartetes Propagandaspiel ist, welches versucht den wahren Charakter, die häßliche Fratze des Überlenskampfes als Tier (homo sapiens sapiens) mit netten Disney-artigen Motiven Märchen zu kaschieren, während gleichzeitig eine Moral transportiert werden soll (Punkt 3). 
"Dabei steht der Begriff Humanismus im Spannungsfeld zwischen der menschlichen Autonomie einerseits und der traditionellen Rückbindung der Menschenwürde an die ontologische Zwischenstellung des Menschen zwischen Gott und Welt andererseits, die transzendente Sinnressourcen eröffnen soll." - wiki
Aber wie es scheint haben wir dei Rechnung ohne unsere Fähigkeit zur Selbsteinschätzung gemacht. Was hier im übertragenen Sinne den gastroösophagealen Reflux erzeugt ist dabei nicht etwa das Spannungsfeld an sich, sondern die prinzipielle traditionelle Rückbindung. Das ist es was die Sicht verklärt und für Fehlurteile sorgt, noch bevor man sich dafür entschieden hatte Urteile zu fällen.
Wie kommen wir da wieder raus? Trading verbieten? US Marines in hungernde Länder schicken? Oder auch die persönlichkeitsaufdeckende Frage "Was muss ich jetzt tun, damit das ein Ende hat?"

Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint"
Punkt 1 und 2: Seine eigene Perspektive nicht verlassen, um unsicheres Terrain zu betreten. Sich nicht in den anderen Kulturkreisleidenden hineinversetzen und nicht die eigenen Maßgaben und Handlungsfolgen dem fernen Nächsten aufoktroyieren. Warum er damit besser dran ist als ohne die "Weisen des Abendlandes"? Ist er vielelicht auch garnicht, aber auch nicht mit ihnen (siehe Punkt 1). Man kann eben nicht alles erreichen und schon garnicht jemand anderes dazu zwingen, dass es für ihn besser wird, wenn man ihn nur zwingt den Humanismus endlich anzubeten, damit er endlich frei sein kann.
Punkt 3: Anerkennen, dass man selbst noch auf der Findungssuche eines Problems ist. Dass die Form, in der man lebt eben nicht der Weisheit letzter Schluß in der Geschichte der Menschheit sein mag und sich deshalb auch aus dem Spannungsfeld des Humanismus herauslösen, indem man die traditionelle Rückbindung ein wenig kritisiert. Ja, natürlich tut das weh und erzeugt Zank. hashtag politicalincorrect und trotzdem klingt es nichtmal linksliberal. Was bleibt denn übrig, woram sollen wir denn dann noch glauben? Falsche Frage. Nächste Frage:

"Was sie sich für die Zukunft wünsche? 'Drei weitere Kinder', sagt Ratio Kuntah. Gott möge helfen, sie zu ernähren." - (aus dem o.g. Artikel)